Philosophie

Gegenwärtige Systeme

Auf der Erde versuchen unzählige Organisationen, Politiker, Aktivisten, Hacker und Einzelpersonen die Welt zu einem besseren Ort zu machen.
Allen ist gemeinsam, dass sie die katastrophalen Seiten unserer Welt sehen und sich mit diesen nicht langfristig in gesunder Weise arrangieren wollen.
Viele teilen den Wunsch, ihrem Leben dadurch einen Sinn zu geben, dass sie einem aufgeklärtem Verantwortungsgefühl nach die Dinge zum Besseren wenden wollen. Doch bereits die Diskussion um das Wort „besser“ und wie man es versteht beendet einen neutralen Diskussionsansatz.
Zeitgenössische Medien eignen sich nicht dazu, Nachrichten und Inhalte mit einer verlässlichen Seriosität und wissenschaftlichen Korrektheit zu übermitteln.
Die vielschichtigen Probleme, die durch Fake News und die Verunsicherung der Bevölkerung entstehen können, zeigen sich durch die Corona Krise allzu deutlich.

Wie kann Vertrauen in Nachrichten ermöglicht werden? Wie können die Quellenbezüge standardisiert werden, ohne das die Standards letztlich durch die Berichterstattung in ungewollter Weise beeinflusst werden?

Nichtkommerzielle Systeme wie Wikimedia profitieren von dem Gedanken einer offenen Gemeinschaft und dem Wunsch danach, diese aktiv mitzugestalten – durch die Abhängigkeit von Spenden werden gemeinnützige Konzepte aus dem hochkompetetiven wirtschaftlichen System ausgeschlossen. Es gibt bisher keinen Multlimiliarden-Dollar Konzern, welcher mit der offenen Absicht an die Menschen (Menschheit) herangetreten ist, ein globaler Einflusssnehmer durch das Angebot eines für die Gesellschaft notwendigen Dienstes oder Produktes zu werden. Aus der klassischen Marktwirtschaft ist dies kein verwerfliches Konzept – für eine Gesellschaft, die über die Globalisierungseffekte informiert ist, macht es jedoch keinen Sinn, das Wachstum von Firmen unreguliert geschehen zu lassen. Es fehlen Mechanismen wie Absichtserklärungen – ähnlich von Parteiprogrammen –, die die Weltgemeinschaft darüber informiert, was eine ökonomisch aktive Entität ausübt oder plant auszuüben. Nur durch die Koordination dieser Selbstbeschreibungen kann die Ebene strukturiert und gemanagt werden, die bisher zu unfassbaren Missständen führen, beispielsweise dass Nahrungsmittelüberschuss und Hungersnöte wenige tausend Kilometer voneinander entfernt stattfinden können. Oder dass Menschen nicht nur für ein einzelnes Problem unüberschaubar viele Lösungen angeboten werden, sondern auch eine bestimmte Lösung wie ein Produkt oder ein Service je nach gefundenem Anbieter stark variieren kann. All dies scheint für Individualität, Wahlfreiheit und Wirschaftssysteme notwendig, tatsächlich schafft diese Art der Un-informiertheit des Wirtschaftskreislaufes aber für alle Beteiligten gleichermaßen Nachteile.

Während Menschen in der Lage sind, tausende Kilometer in wenigen Stunden zurückzulegen, gibt es in manchen Ländern seit Jahrzehnten keine fundamentale Veränderung bzgl. Infrastruktur, Medizin- und Gesundheitsversorgung, Energie und Bildungsangeboten. Tatsächlich aber besteht bei den Industrienationen ein massiver Entwicklungsbedarf – sowohl in Bildung und kultureller Integration, als auch im Verantwortungsbewusstsein für andere Menschen, das Leben und die Natur.

Wandel und Transformation

Nationale, geografische, ideologische, kulturelle, persönliche und wirtschaftliche Grenzen dürfen nicht dazu führen, dass jetzt in diesem Moment Kinder hungern und arbeiten müssen, dass in diesem Moment Erwachsene an Burnout und Attentaten sterben, dass in diesem Moment Tierarten ausgerottet werden, noch bevor jeder Mensch auf der Welt die Chance hatte, sie kennenzulernen. Das Überwinden von Grenzen und das Auseinandersetzen mit Ungewohntem stellt jeden persönlich vor große Herausforderungen, Ängste und Probleme. Dies erzeugt ein potentielles Spannungsfeld mit der menschlichen Welt noch bevor sich ein Weltbild bei einem Menschen aufbauen kann. Die langwierigen und erschöpfenden Unterhaltungen die notwendig wären, um jedem zu erklären, warum Ignoranz und Aggression ihnen selbst schaden, stellt Politik und die Zivilbevölkerung gleichermaßen vor ein Komplexitätsproblem das bisher nicht bewältigt werden kann. Zwar gibt es Argumente für Veränderung, es gibt jedoch keinen global assoziierten Handlungsplan wie sich die Menschheit im Verständnis einer Zivilisation regenerieren kann. Denn nach jeder logischen Definition findet sich auf dem Planeten Erde bisher keine zivilisierte Gesellschaft. Es existieren nur Bündnisse von Menschen, die als Kinder an einem Ort geboren wurden, der ihnen das Gefühl von Zivilisation gegeben hat. Eine menschliche Zivilisation begreift sich als intelligente Spezies nicht nur für den Planeten und die darauf Lebenden Wesen. Eine zivilisierte Menschheit begreift sich zunächst einmal selbst als eine junge, vorschnelle und naive Spezies, welche mit ihrer Globalisierung und dem Leben so überfordert ist, dass die Mehrheit keine Entscheidung treffen kann, die verhindert, dass in jeder Sekunde Leben ausgelöscht wird, dem geholfen hätte werden können. Leben, das es ebenso verdient hätte, auf diesem Planeten das Konzept von Realität kennenzulernen und sich der eigenen Freiheiten bewusst zu werden. Leben, das nicht die Chance hatte das eigene Potential in sich zu entdecken, zu spielen, zu lernen, Positives zu erfahren und das Gefühl kennenzulernen, die Zukunft des eigenen Lebens mitgestalten zu können.

In den Industrienationen ist zwar das Wissen um die Notwendigkeit der Natur vorhanden, aber kein Regenwald mehr, den man schützen könnte. Die vorhandenen Wälder sterben dennoch, und ebenso stirbt etwas anderes im Menschen: Hoffnung. Mit der Zunahme an Rechtspopulismus und Verschwörungstheorien erzählt das 21. Jahrhundert keine Geschichte, die einem Millenium gerecht wird. Die Komplexität verhindert, dass Menschen eine wesentliche Entscheidung sofort treffen und nicht über einen Zeitraum von Jahren.
Die Frage ist, ob wir ein Konzept benutzen können, das in jedem Menschen vorhanden ist, aber das bisher keinerlei wissenschaftliche oder anerkannte ideologische Theorie anerkannt hat: Das Konzept heißt Weltretten, und die Entscheidung ist, ob der Leser dieser Zeilen die Welt retten möchte oder nicht. Mit dem Klimaschutz, einer Bildungsreform, dem Tierschutz, der Seuchenbekämpfung und der Gefahrenabwehr allein werden wir nur noch mehr Jahre brauchen, bevor man sich auf dieses Konzept einigt. Es braucht ein universelles Gesamtkonzept.

Effektiver Altruismus

Bisher gab es keinen einfachen Plan die Welt zu retten, denn eine Lösung für alle Probleme zu finden, die nicht vereinheitlicht, sondern Diversität ebenso einschließt wie Anpassung, stellt Menschen vor ein Problem von großer Komplexität. Kein globalisierungsbewusster Mensch könnte Produkte genießen, wenn er vor Augen hätte, unter welchen Bedingungen andere Menschen dieses Produkt hergestellt haben. Dabei könnte man Leid verringern, ohne dass jemand deshalb auf etwas verzichten müsste. Die Menschen müssten lediglich eine einzige Entscheidung gemeinsam treffen.
Eine andere Erklärung ist weder notwendig noch zielführend.

Die Gemeinschaftsbildung ist ein Anliegen, das in den Vordergrund der Gesellschaft gerückt ist, nachdem durch Corona eine Welle des Bewusstseins für die Vielfältigkeit und Abhängigkeit unserer lokalen und globalen Systeme ausgelöst wurde. Diesen Funken globalen Bewusstseins müssen wir nun kultivieren.

Die Frage ist nicht wirklich, wie die Welt gerettet werden kann. Denn für jedes einzelne Problem ist bereits eine Lösung da. Was fehlt sind Wege die Lösungen und das Wissen dorthin zu bringen, wo es gebraucht wird.

Mit interlink können Pläne zur Weltrettung wie in einem Task- oder Eventmanager angelegt und verwaltet werden. Druch einen zusammenhängenden Ablauf durch alle wichtigen Aspekte der menschlichen Welt – Bildung, Infrastruktur, Versorgung – können internationale Standards für diese Systeme definiert werden. Zusätzlich wird durch einen solchen Prozess eine neue Art von Wissen für die Menschen zugängig – partizipatorische und altruistische Wissenschaft. Eine interdisziplinäre, intersektionelle Wissenschaft des Weltrettens braucht einen ersten Schritt, der weder von einer Nation noch einer Organisation oder einer Institution kommt. Da im weitesten Sinne kein einzelner Mensch das Kriterium erfüllen kann, die Welt retten zu können, Brauchen wir eine Theorie die an jeden und alles denkt. Diese können wir bereits nur zusammen finden da von jedem die eigenen Bedürfnisse einbezogen werden müssen. Die Welt kann also dann gerettet werden, wenn Menschen zusammen danach Fragen wie sie die Welt retten können – und es gemeinschaftlich versuchen.