Interlink – UNLOCK

[Accelerator Bewerbung]

Momentan arbeiten wir an einer offenen Bewerbung für das UNLOCK Programm von Wikimedia.

Bewerbungsform:

( https://www.wikimedia.de/unlock/jetzt-bewerben/ )

Hauptteil:

  1. Welches Problem löst eure Idee? 
  2. Stellt eure Idee vor. 
  3. Zielgruppe
  4. Alleinstellungsmerkmale & ähnliche Ansätze
  5. Entwicklungsstand der Idee
  6. Team
    1. Wer?
    2. Wo?
  7. Themenbereich
  8. Bezug zum Themenbereich & Vision
  9. Warum Accelerator
  10. Support?
  11. Dateiupload
  12. Wie auf Unlock gestoßen?

Interlink ist ein Konzept, ein Prinzip, eine Initiative und ein Interface – obwohl wir alle Bereiche im UNLOCK Programm beachten, trifft das Konzept Wissensnetzwerk am ehesten auf Interlink zu.

1. Wissensnetzwerke

Infrastruktur für freies Wissen

( https://meta.wikimedia.org/wiki/Wikimedia_Deutschland/innovationsmotor/unlock_forschung )

Wissen zu strukturieren und zugänglich zu machen, ist nicht einfach. Die Gründe dafür sind vielfältig: Unterschiedliche Formate, nicht kompatible Datenbanken, kleine Wissensinseln fernab des Mainstreams oder etwa eine fehlende Vernetzung. Darum gilt: Neue Schnittstellen braucht das Land! Wenn das Wissen auf bisher unentdeckten Inseln schlummert, braucht es neue Brücken und kleine agile Boote, um in einen Austausch zu kommen. Wir wollen daher nicht weniger als eine neue Infrastruktur, um eine globale Wissenscommunity aufzubauen.

Ihr habt Ansätze für Schnittstellen, Governance-Modelle und Mechaniken, um mehr unterschiedliches Wissen miteinander zu vernetzen? Ihr ahnt, wie man unkonventionelle Wissensformate in bestehende Netzwerke einbinden kann? Ihr habt irgendwo zwischen Blockchain und P2P-Wiki eine Idee für eine vernetzte Wissensarchitektur? Dann erzählt uns von eurer Idee und lasst uns ein Projekt daraus machen!

Themenfeld 1: Wissensnetzwerke

Worum geht’s?

Themenfeld Wissensinfrastruktur

Digitale Plattformen und Netzwerke ermöglichen es, Informationen und Daten weltweit zu teilen, zu vergleichen, zu verändern und anzuwenden. Die letzten 20 Jahre haben uns gezeigt, welch riesiges Potenzial darin liegt, gemeinsam an einem großen digitalen Wissensprojekt wie z.B. der Wikipedia zu arbeiten. Aber auch andere Plattformen, von GitHub über Reddit bis zu YouTube, bieten heute wertvolle, gemeinschaftliche Wissensressourcen für eine vernetzte Welt. All diese Netzwerke haben gemeinsam, dass sie Wissen als eine Art globales Gemeingut (englisch: Commons) pflegen.

Neben all den großen und kleinen Herausforderungen, denen wir dabei begegnen, ist vor allem auch die dahinter liegende Infrastruktur (also die Art und Weise, wie wir Informationen kategorisieren, sortieren und bewerten) zentral. Was gilt als wichtige Ergänzung zu einem bestehenden Beitrag? Wie gehen wir mit technischen und inhaltlichen Differenzen um? Wie wird entschieden, was prominent ist und was nicht? Welche Entscheidungsmechanismen, also welche Governance, liegen dahinter? Die Antworten auf diese Fragen fallen von Plattform zu Plattform und teilweise sogar innerhalb einer Community sehr unterschiedlich aus. Das hat mit verschiedenen Kontexten aber auch Entstehungsgeschichten, Ressourcen und Anforderungen zu tun.

In allen Fällen ist es jedoch die Infrastruktur (und das damit verknüpfte Governancemodell), die innerhalb einer Community die effiziente Organisation und Koordination von bestehendem Wissen sicherstellt – und gleichzeitig die stete Weiterentwicklung und Ergänzung durch neue Ideen, Daten und Perspektiven möglich macht. Sie ist Herzstück und Rückgrat für jede vernetzte Wissenscommunity. Sie schafft Vertrauen, Übersichtlichkeit und sorgt dafür, dass alle mit ähnlichen Erwartungen und vergleichbaren Inhalten teilnehmen. Eine Wissensplattform übernimmt so heute immer mehr die Rolle dessen, was früher ein Verlag geboten hat: Als “Gate Keeper” trägt sie Verantwortung in der Organisation und in der Koordination von Wissen – und erfordert das Vertrauen all jener, die sie nutzen.

Herausforderungen

Wir sehen vor diesem Hintergrund zwei zentrale Herausforderungen im Kontext Infrastruktur und Governance, denn sowohl unserem Anspruch an Verantwortung als auch an Vertrauen werden bestehende Modelle oftmals nicht gerecht. Erstens resultieren aus der Wahl von technischen Rahmenbedingungen, Datenformaten und Verlinkungen und inhaltlichen Entscheidungskriterien notwendigerweise Ausschlusseffekte. Das sorgt dafür, dass viele potenziell interessante Informationen von vornherein herausgefiltert werden, weil sie gesetzten Standards nicht entsprechen, eine andere, oftmals informelle Sprache sprechen, weil sie andere Formate und Daten enthalten, oder schlicht in nicht kompatiblen Datenbanken abliegen. So gibt es heute unglaublich viel Wissen, das schlicht “unter dem Radar” stattfindet: Mangels klarer Regeln im Umgang mit unterschiedlichen Wissensformaten bleibt Wissen oft – wenn überhaupt digitalisiert – in Nischen, eigenen kleinen Netzwerken und Communitys oder Datenbanken liegen.

Das führt zu einer zweiten Herausforderung, nämlich die einer mangelnden Übersichtlichkeit, also der Vergleichbarkeit und auch der Repräsentation von globalem Wissen. Durch die begrenzte Auffindbarkeit und Vergleichbarkeit von unterschiedlichen Informationen aus unterschiedlichsten Hintergründen, entstehen immer mehr kleine Wissensnetzwerke im Netz, die leider oftmals nicht ausreichend miteinander verknüpft sind. Hier fehlt es an universellen Standards aber auch an neuen Ideen, wie wir noch unsortierte, neue und vielleicht unkonventionelle Wissensformate in bestehende Netzwerke einbinden und wirklich nutzbar machen. Wir laufen sonst Gefahr, dass insbesondere Gruppen und Praktiken, die nicht dem herrschenden Mainstream (etwa: westlichen akademischen Standards, sauberen Datenquellen, informellen Formaten wie Videos und Skizzen) entsprechen, systematisch marginalisiert werden.

Was braucht es?

Wir sind auf der Suche nach neuen Ansätzen für Schnittstellen, Governancemodelle und Mechaniken, um mehr unterschiedliches Wissen miteinander zu vernetzen – ohne dabei eine klare, übersichtliche Orientierung und Sortierung aufzugeben. Wir glauben, dass Wiki, Reddit und Git zentrale erste Schritte für die digitale Organisation von Wissen und Informationen sind – und dass es darüber hinaus noch vielversprechende Alternativen gibt, die wir noch lange nicht ausgeschöpft haben. Wir stellen uns vor, dass wir in einem diversen, offenen Internet viele kleine Wissensnetzwerke entdecken, die noch viel reger miteinander in Austausch treten, Inhalte und Formate teilen und vernetzen können als es heute schon der Fall ist. Kurz: Wir wollen eine Infrastruktur für die globale Wissenscommunity bauen, die offen genug für unterschiedlichste Formate und Wissenslogiken ist – und gleichzeitig robust genug, um verlässliche, transparente und vertrauenswürdige Informationen zu fördern.

Bestehende Ansätze

Es gibt bereits einige Ansätze und Ideen, die diese Richtung verfolgen. Mit der Entwicklung des Digital Object Identifier (DOI), zum Beispiel bei der Recherche und Verlinkung von wissenschaftlichen Papers, ist bereits ein erster großer Schritt hin zu einer breiten Vernetzbarkeit von allen möglichen Informationen getan. Die P2P Foundation arbeitet bereits seit langer Zeit an Konzepten für eine vernetzte Wissensarchitektur, ein P2P-Wiki als lokale Cloud. Auch im Kontext von Blockchain und dezentralen Datenbanken ist die Idee für ein Bottom-Up Wiki entstanden. Das sind interessante Ansätze – wir wollen gerne weiterdenken: Welche anderen Formen von Wissen (außer enzyklopädischer Informationen à la Wikipedia) können dezentral organisiert und vernetzt werden? Wie kann ein universelles Wissensnetzwerk mit DOIs funktionieren? Wie können wir technisch und organisatorisch Informationen aus YouTube, Reddit, Wikipedia und Co. zusammendenken, um ein viel diverseres, reichhaltigeres Angebot von Wissen zu bekommen als es heute der Fall ist? Und wie lösen wir die alte Governance-Frage, also wie wird entschieden wie entschieden wird? Es gibt viel zu tun!

Klar hervorheben:

Wie gut passt die Idee auf das Problem?

Wie gut ist das Team dahinter aufgestellt?

Inwiefern ist der UNLOCK Accelerator gerade jetzt eine sinnvolle Unterstützung für das

Projekt?

Die Zukunft des Freien Wissens

Wo stehen wir heute?

Mit Blick auf das Thema Freies Wissen haben wir grundsätzlich zwei Beobachtungen gemacht. Erstens haben wir uns den Status Quo, also den heutigen Zustand, in diesem Bereich angeschaut. Hier wird schnell deutlich, dass es großes Verbesserungspotenzial in Bezug auf Plattformen und Lösungen gibt: In weiten Teilen herrschen auch in digitalen Wissensnetzwerken Diskriminierung und Ausgrenzung großer Teile der Gesellschaft – entweder durch mangelnden technischen bzw. ungerechten Zugang, durch einseitige Standards oder schlicht durch Netzwerkeffekte, welche prominentes Wissen überdurchschnittlich befördern und neues oder unkonventionelles Wissen benachteiligen. So können überwiegend akademische Beiträge Nicht-Akademikerinnen und Nicht-Akademiker abschrecken, eigene Ideen und Gedanken zu teilen, besonders prominente Accounts oder Artikel werden immer weiter “nach oben gespült”. Hinzu kommt, dass Menschen, die ohnehin keine Anreize haben, an freien Wissensressourcen mitzuarbeiten auch nicht beteiligt sind, wenn es darum geht zu überlegen, wie in Zukunft attraktivere Rahmenbedingungen für die Arbeiten mit Freiem Wissen geschaffen werden können. Als Konsequenz ist auch das geteilte Wissen selbst oft vereinfacht, verkürzt, irrelevant oder für viele Menschen schlicht unvermittelbar. Das führt zu Resignation und Frustration und schöpft das volle Potenzial eines gemeinsamen globalen Wissensprojektes nicht aus.

Auf der anderen Seite, auch das ist wichtig, ermöglichen aktuelle Ansätze eine gewisse Erwartbarkeit, die zumindest heute schon vielen Nutzenden Vertrautheit, Effizienz und Orientierung bietet. Nicht zuletzt die Wikipedia selbst hat gezeigt, welch großes Potenzial in kollaborativ erstellten enzyklopädischem Wissen stecken kann. Andere Plattformen – von Wikidata über Open-Science-Projekte bis hin zu YouTube und Wechat – zeigen wie divers Wissen ist und wie hilfreich dabei viele kleine Nischen und Communities sind.

Die große Vision

Auf der Suche nach einer wünschenswerten Zukunftsidee für das Thema Freies Wissen wird schnell klar, dass Ausbau und Nutzung der globalen Ressource Freies Wissen großes Potenzial birgt. Wir knüpfen für die Arbeit im Accelerator an die bestehende Wikimedia Movement Strategy an und konzentrieren uns auf die beiden zentralen Säulen “Wissen als Dienst”, also die Bereitstellung von Werkzeugen, Infrastruktur, Plattformen und Informationen für Nutzer*innen aus der ganzen Welt, und “Gerechtigkeit des Wissens”, also die Fokussierung auf Gruppen und Gemeinschaften, die bisher aus bestehenden Netzwerken und Angeboten oft ausgeschlossen werden. Innerhalb dieses Rahmens haben wir für den Accelerator eine wünschenswerte Perspektive identifiziert und ausgestaltet: Wir wollen als große Vision in einer repräsentativen, offenen und hoffnungsvollen globalen Wissensgemeinschaft leben, die alle Menschen umfasst und dabei nutzbar und effektiv für die verschiedensten Gruppen von Nutzenden sowie Wissensarbeiterinnen und Wissensarbeiter bleibt. Neben technischen Herausforderungen wie Interoperabilität, also der systemübergreifenden Zusammenarbeit von verschiedenen Datenbanken und Informationssystemen, Erreichbarkeit und Zugänglichkeit stehen dabei auch Ziele wie eine faire Governance, also ein transparentes und partizipatives Entscheidungs- und Organisationssystem, oder eine respektvolle Diskussionskultur im Mittelpunkt.

Die Umsetzung dieser großen Ideen ist jedoch nicht einfach. Es gibt unzählige Eventualitäten und Details, die notwendigerweise von Situation zu Situation, von Gruppe zu Gruppe oder von Thema zu Thema unterschiedlich sind. Darum muss eine solche “visionäre Idee” einer globalen Wissensgesellschaft zwangsläufig in vielen Einzelheiten offen und manchmal sogar unkonkret bleiben. Das macht es mitunter schwer, eine klare Richtung aufzuzeigen, die wir gemeinsam anpacken können, und zu identifizieren, wo es Handlungsbedarf gibt, und welche Hebel es zu bearbeiten gilt. Trotzdem – oder gerade deswegen – haben wir im Folgenden zusammengestellt, wo wir davon überzeugt sind, dass es sich lohnt anzupacken, weiterzudenken und -arbeiten, und Ideen zu schaffen.

Was können wir konkret tun?

UNLOCK Accelerator Themenfelder

Wir haben fünf Hebel identifiziert, von denen wir glauben, dass sie besonders großes Potenzial aufweisen, um eine digitale, faire und inklusive Wissensgesellschaft voranzubringen und die im Rahmen des Accelerators angegangen werden können. Sie lauten:

  • Wissensnetzwerke
  • Wissenskompetenz
  • Wissenshorizonte
  • Wissensproduktion
  • Wissensgesellschaft

Andere Themenfelder und Bezug dazu herstellen:

2. Wissenskompetenz

3. Wissenshorizonte

4. Wissensproduktion

5. Wissensgesellschaft

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